Portugal
Portugal liegt im Westteil der iberischen Halbinsel und wird im Westen und Süden vom Atlantischen Ozean und im Norden und Osten von Spanien begrenzt. Es ist eines der ältesten Länder Europas und die Heimat von knapp elf Millionen Menschen.
Portugal präsentiert sich als Land der Kontraste und so hat jede Region ihre ganz eigene Landschaft und Lebensart. Die Hauptstadt Lissabon ist eine pulsierende Metropole mit vielen kulturhistorischen Schätzen und Sehenswürdigkeiten. Das alte Tram mit der Nummer 28 ist eine der besten Gelegenheiten, die Stadt der sieben Hügel mit ihren Gässchen und Quartieren kennenzulernen. An der Mündung des Flusses Tejo erstreckt sich die portugiesische Riviera mit ihren eleganten Atlantikseebädern Estoril und Cascais. Kaum hat man den Großraum Lissabon verlassen, findet man sich in ländlichen, einsamen Gegenden wieder. Es genügt manchmal, wenige Kilometer zu fahren, und schon ändern sich Bräuche, Kunsthandwerk und Küche.
Das bergige Nordportugal ist üppig grün. Ganz anders erscheint dagegen die südliche Region Baixo Alentejo, deren weite Ebenen sich zum nördlichen Rand der Algarve erstrecken. Noch immer werden Sie an vielen Orten den Einfluss der Mauren spüren, die mehrere Jahrhunderte über Portugal herrschten.
Die Wurzeln der Portugiesen liegen bei den Iberern, Römern, Westgoten und Mauren. Der arabische Einfluss der Mauren lässt sich noch heute an der Architektur vieler Häuser erkennen.
Berühmt ist Portugal für seinen melancholischen Fado, der seinen Ursprung vermutlich in der Vermischung portugiesischer Seefahrerlieder und afrikanischer Sklavenrhythmen hat. Als bedeutendste Fado-Sängerin gilt auch nach ihrem Tod Amalia Rodriguez. Inzwischen sind aber einige Musiker aus ihrem Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor. Das Klischee der melancholischen Volksseele Portugals ist wohl auf die traurigen Lieder dieser Musikgattung zurückzuführen.
Literaturkennern ist der Name José Sarmango ein Begriff, der 1998 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Ebenfalls international bekannt ist der Schriftsteller António Lobo Antunes.
Am 7. Juli 2007 wurden in Lissabon die "Neuen 7 Weltwunder" bekannt gegeben. Gleichzeitig wurden auch die "Wunder von Portugal" gewählt. Diese wichtigen Kulturdenkmäler nehmen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Verteilt über das ganze Land gehören dazu Burganlagen, Paläste und Klöster, von denen einige ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen worden sind.
Die Landschaft besteht grösstenteils aus Gebirgen, die im Süden und Westen zu einer intensiv kultivierten Küstenebene abfallen. Im Süden des Landes erstreckt sich von Sagres bis Quarteira eine wunderbare Felslandschaft, die an der Küste die sogenannte Fels-Algarve bildet. Ab Quarteira und Faro (Hauptstadt der Algarve) bis Spanien findet man ausgedehnte Sandstrände und nur wenige Felsformationen. Die Küste bildet die Sand-Algarve. Die höchste Erhebung des Festlandes ist die Serra da Estrêla mit dem 1993 Meter hohen «Torre».
An Baumarten findet man in Portugal die Eiche, den Gummibaum, die Korkeiche, den Feigenbaum, den Pfirsichbaum, den Zitronenbaum, den Mandarinenbaum, die Pappel, den Olivenbaum, den Eukalyptusbaum und noch viele andere. Auf den trockenen Böden wachsen auch Trauben, die zu dem weltbekannten Portwein verarbeitet werden. Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen gedeihen gut. Nebst unzähligen Vogelarten sind in Portugal verschiedene wilde Tiere wie Wolf, Luchs, Fuchs, Wildschwein, Wildziege, Hirsch und Hase zuhause.
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Während seiner gesamten Geschichte war die Beziehung zu seinem Halbinselnachbar Spanien wegen Gebietserweiterungen immer sehr schwierig. Unabhängig ist das Land seit dem 12. Jahrhundert. Am Atlantik gelegen, hatten die Bewohner des Landes schon immer eine besondere Beziehung zum Meer. Neue Territorien zur Erweiterung von Europa wurden schon früh erkundet. Die Portugiesen waren das erste Volk, welches die Meereswege nach Indien, Brasilien, China und Japan entdeckte, nachdem sie zu heldenhaften Entdeckungsreisen aufgebrochen waren. Portugal wurde zu einem reichen Land, indem es Handel mit Gewürzen aus Indien und mit Gold und Edelsteinen aus Brasilien betrieb.
1580 verlor Portugal seine Unabhängigkeit und wurde zur spanischen Provinz. Die Spanier herrschten bis 1640.
1807 besetzten napoleonische Truppen das Land. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben worden waren, erhielt das Land 1821 seine erste Verfassung.
1908 wurden König Karl I. und der Thronfolger bei einem Attentat umgebracht; 1910 wurde die Republik ausgerufen. 1916 trat das Land in den Ersten Weltkrieg ein.
1926 putschte das Militär und beendete die erste Republik.
Ab 1960 begann der Kolonialkrieg; unter anderem in Angola, Mosambik und Guinea-Bissau.
Durch die erste Ölkrise 1973 setzte eine Wirtschaftskrise ein, welche die allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur verstärkte; es kam zur Nelkenrevolution. Die neuen Machthaber entliessen die portugiesischen Kolonien – ausser Macau – 1974/1975 in die Unabhängigkeit.
Portugal wartet mit einem grossen Spektrum an Freizeitmöglichkeiten auf, so dass bestimmt niemand zu kurz kommt. Wer es vorzieht, Sonne, Strand und Meer zu genießen, der wird sich an den Stränden der Algarve mehr als wohl fühlen. Ergänzend zum leichten Entspannungsprogramm gibt es in Portugal jede Menge an Geschichte, Tradition und Kultur zu entdecken. Auf aktive Sportler warten verschiedenene Wassersportarten wie Surfen, Segeln oder Kanutouren. Die Tauchkurse, welche überall angeboten werden, verleiten zum Entdecken der fazinierenden Unterwasserwelt. Die Algarve ist ihres Zeichens für ihre fantastischen Golfplätze bekannt und an den Stränden lässt es sich wunderbar reiten.
Je weiter man in den Süden reist, umso flacher und dünner besiedelt wird das Land. Im Inneren des südlichen Portugals lassen sich unberührte Landschaften und wild wachsende Blumen entdecken. Dort sind sehr schöne Wander- und Radwege angelegt. Im Hinterland werden Safari-Touren im Jeep angeboten. Weinliebhaber sollten bei einem der Weinabauern vorbeischauen, die für Touristen Weindegustationen veranstalten.
In den Städten sind dem Shoppingfieber und Sightseeing keine Grenzen gesetzt und wer nach dem Nachtessen in einem der unzähligen Restaurants noch weiterziehen möchte, hat die Qual der Wahl zwischen Kino, Theater, Konzert, Disco und diversen weiteren kulturellen Veranstaltungen.
Portugal bietet für jeden Geschmack etwas und ist in allen Belangen ein erlebnisreiches Abenteuer, das in Erinnerung bleibt.
Die Geschichte Portugals beginnt bereits 18.000 vor Christus. Die ersten Siedler hinterließen Felszeichnungen, die noch heute in Foz Côa bewundert werden können. Erst 2000 vor Christus kamen die Iberer, später waren es Phönizier, Griechen, Kelten, Karthager, Römer und Westgoten.
Prägend für die Kultur des Landes war der Beginn der Herrschaft der Mauren, die seit 711 über große Teile des Landes regierten. Kastilien war eine der ersten Regionen, die sich befreiten konnten. Endgültig besiegt waren die Mauren erst 1139, auch wenn sie rund hundert Jahre später erneut versuchten, das Land zu erobern. 1143 wurde Portugals Unabhängigkeit erklärt, seitens der Kirche durch Papst Alexander III. erst 1179. In den folgenden Jahrhunderten nimmt die Bedeutung Portugals vor allem als Handels- und Kolonialmacht zu.
Von 1580 bis 1640 gab es eine Personalunion von Portugal mit Spanien, die mit dem Sturz der spanischen Statthalterin endete. Überhaupt gab es immer wieder Streitigkeiten um den Thron und Auseinandersetzungen mit Spanien, später mit Frankreich. Politisch zur Ruhe kam das Land erst mit der Nelkenrevolution.
Was gibt es Schöneres ,als abends in einem Lokal bacalhau mit einem guten Glas Wein zu genießen und dabei vollkommen in der melancholischen Melodie des Fados aufzugehen?
Fisch und Meeresfrüchte spielen in der portugiesischen Küche ein grosse Rolle. Dazu werden oft Gemüse, Reis und Kartoffeln serviert. Als Nationalgericht gilt der gesalzene und getrocknete bacalhau. Für den Kabeljau gibt es unzählige Rezepte und er kommt in Portugal auch als traditionelles Weihnachtsessen auf den Tisch. Die Beliebtheit dieses Fisches geht zurück auf die portugiesischen Seefahrer, die sich auf ihren langen Fahrten nur von haltbar gemachten Nahrungsmitteln ernähren konnten und getrockneter Fisch deshalb unentbehrlich war. Bacalhau wird in Portugal in jedem Fischgeschäft und auf allen Märkten angeboten.
Viele der Seefahrer brachten auch Gewürze und Rezepte mit, die mit der Zeit Eingang in die typischen Rezepte des Landes fanden. Dort vermischten sich diese Einflüsse zudem mit den kulinarischen Einflüssen der Mauren, die über lange Zeit große Teile des Landes beherrschten. Die portugiesische Küche ist also eine Mischung aus den unterschiedlichsten lokalen, regionalen und nationalen Einflüssen, die eine erstaunliche geschmackliche Vielfalt zu Tage fördern.
Wein baut man vielerorts seit Jahrhunderten und sehr erfolgreich an. Der Portwein ist der bekannteste Wein und auch wird auch ausserhalb Portugals gerne getrunken. Dieser Dessertwein lässt sich ideal mit einer der vielen Süssspeisen aus Eigelb, Mandeln und Zucker kombinieren, die im Land sehr beliebt sind.
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